Kein Kursplatz, keine Hebamme: So bereitest du dich trotzdem gut vor

Geschrieben von Ella
Vielleicht hast du es dir anders vorgestellt.
Du wolltest „einfach“ einen Geburtsvorbereitungskurs machen, dich sicher fühlen und Schritt für Schritt wissen, was auf dich zukommt.
Stattdessen sitzt du jetzt da und denkst:
Kein Platz. Keine Hebamme. Keine Termine, die in deinen Alltag passen.
Und ja – das fühlt sich unfair an. Vor allem, weil du schwanger bist und eigentlich weniger Stress gebrauchen könntest, nicht mehr.
Trotzdem: Du bist nicht ausgeliefert. Auch ohne Präsenzkurs kannst du dich richtig gut vorbereiten. Nicht perfekt. Nicht „Pinterest-perfekt“. Aber realistisch, beruhigend und so, dass du am Ende sagen kannst: Ich weiß, was ich tue. Ich habe Tools. Und ich vertraue mir mehr.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das geht.


Kurzantwort (wenn du gerade wenig Zeit hast)
Wenn du keinen Kursplatz bekommst oder keine Hebamme findest, ist ein online Geburtsvorbereitungskurs oft die pragmatischste Lösung. Er gibt dir Struktur, Wissen und praktische Übungen für zuhause. Zusätzlich hilft dir ein kleiner Plan, damit du nicht nur „konsumierst“, sondern wirklich ins Tun kommst. Weiter unten findest du dafür einen 7-Tage-Mini-Plan und eine Checkliste, woran du einen guten Kurs erkennst.
Warum so viele Schwangere keinen Kursplatz bekommen
Das Problem liegt selten bei dir. Meist ist es eine Mischung aus Personalmangel, vielen Anfragen und einem System, das an vielen Stellen überlastet ist. Gleichzeitig kommen Termine dazu, die sich mit Familienalltag kaum vereinbaren lassen.
Vielleicht hast du schon Kinder. Vielleicht arbeitest du noch. Oder du bist einfach müde, weil Schwangerschaft eben nicht immer nur „schön“ ist, sondern auch anstrengend.
Und genau deshalb ist es so wichtig, dass du eine Lösung findest, die zu deinem Leben passt – nicht umgekehrt.
Warum so viele Schwangere keinen Kursplatz bekommen
Das Problem liegt selten bei dir. Meist ist es eine Mischung aus Personalmangel, vielen Anfragen und einem System, das an vielen Stellen überlastet ist. Gleichzeitig kommen Termine dazu, die sich mit Familienalltag kaum vereinbaren lassen.
Vielleicht hast du schon Kinder. Vielleicht arbeitest du noch. Oder du bist einfach müde, weil Schwangerschaft eben nicht immer nur „schön“ ist, sondern auch anstrengend.
Und genau deshalb ist es so wichtig, dass du eine Lösung findest, die zu deinem Leben passt – nicht umgekehrt.
Was ein online Geburtsvorbereitungskurs ersetzen kann – und was nicht
Ein guter online Geburtsvorbereitungskurs kann dir unglaublich viel geben. Trotzdem ist es fair zu sagen: Er ersetzt nicht alles.
Damit du nicht enttäuscht bist, sortieren wir das einmal klar.
Wissen: Das kann online richtig gut funktionieren
Online ist oft sogar besser, wenn es um Wissen geht. Warum? Weil du Inhalte wiederholen kannst.
Du kannst dir Geburtsphasen zweimal anschauen.
Du kannst einen Abschnitt zu Wehenpausen nochmal hören.
Und du kannst dir Begriffe wie „CTG“, „Einleitung“ oder „PDA“ in Ruhe erklären lassen – ohne dass du in einer Gruppe sitzt und dich nicht traust zu fragen.
Außerdem hilft dir dieses Wissen, in der Geburt schneller einzuordnen: Was passiert gerade? Ist das normal? Welche Optionen habe ich?
Das macht dich nicht zur „Kontrollfrau“. Es macht dich handlungsfähig.
Praxis: Übungen sind online möglich – wenn du sie wirklich machst
Atmung, Entspannung, Positionen, Beckenbodenwahrnehmung – das geht online. Allerdings funktioniert es nur, wenn du es nicht nur anschaust, sondern ausprobierst.
Genau hier scheitern viele. Nicht, weil sie faul sind. Sondern weil der Alltag dazwischenfunkt.
Deshalb brauchst du kleine, machbare Schritte. Später gebe ich dir dazu einen Mini-Plan, der auch mit Kindern zuhause funktioniert.
Austausch: Das ist der Teil, den du aktiv ergänzen musst
Der größte Unterschied zum Präsenzkurs ist meistens der Austausch.
In einem Raum mit anderen Schwangeren merkst du: Ich bin nicht allein.
Online fehlt dieses „Wir sitzen alle im selben Boot“-Gefühl oft.
Allerdings kannst du dir Austausch trotzdem holen. Zum Beispiel so:
Eine Freundin oder Kollegin, die auch schwanger ist: ein kurzer WhatsApp-Check-in pro Woche
Ein fester Termin mit Partner oder Freundin: 20 Minuten „Kurszeit“
Eine Online-Community (wenn dir das guttut)
Du musst nicht alles alleine tragen. Es reicht schon, wenn du einen kleinen Anker hast.
7-Tage-Mini-Plan: So startest du heute (10–15 Minuten pro Tag)
Wenn du gerade denkst „Ich hab keine Zeit“, dann ist dieser Plan für dich. Er ist bewusst kurz gehalten, weil dein Leben vermutlich schon voll genug ist.
Wichtig: Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur anfangen.
Tag 1: Orientierung statt Overload
Nimm dir 10 Minuten und beantworte diese drei Fragen:
Was macht mir gerade am meisten Angst oder Unsicherheit?
Was will ich unbedingt verstehen (z. B. Wehen, Klinikablauf, Schmerzen)?
Was würde mir Sicherheit geben: Wissen, Übungen oder ein Plan?
Danach suchst du dir ein Kursformat, das dazu passt. Wenn du schon einen Kurs hast: perfekt. Wenn nicht: nimm dir diese Fragen als Filter.
Tag 2: Geburtsphasen grob verstehen
Schau dir eine Einheit zu den Geburtsphasen an.
Nicht um alles zu merken, sondern um ein Bild zu bekommen.
Danach schreibe einen Satz auf:
„Ich erkenne, dass es vorangeht, wenn …“
So simpel – und gleichzeitig beruhigend.
Tag 3: Atmung als Sofort-Tool
Heute geht es nur um eins: Atmung.
Übe 5 Minuten eine ruhige Bauchatmung.
Dann ergänze 2 Minuten „lange Ausatmung“.
Warum? Weil dein Nervensystem darauf reagiert.
Und weil du unter Stress nicht nachdenken willst, sondern etwas brauchst, das automatisch funktioniert.
Tag 4: Positionen testen (ohne Sportprogramm)
Du brauchst keine Matte, keine fancy Hilfsmittel.
Teste drei Positionen:
Im Vierfüßlerstand über dem Sofa abstützen
Seitlage im Bett mit Kissen zwischen den Knien
Stehend anlehnen (z. B. an der Küchenzeile)
Achte auf ein einziges Kriterium:
Fühlt es sich entlastend an?
Tag 5: Klinik-Realität entschärfen
Schau dir etwas an zu den häufigen Begriffen und Abläufen in der Klinik.
Wichtig ist nicht, dass du alles „ablehnst“ oder „durchziehst“.
Entscheidend ist, dass du Optionen kennst.
Notiere dir dazu drei Fragen, die du in einer Situation stellen würdest, z. B.:
Welche Möglichkeiten habe ich jetzt?
Was passiert, wenn wir abwarten?
Was ist der nächste Schritt – und warum?
Tag 6: Wochenbett vorbereiten, ohne in To-do-Listen zu ertrinken
Heute machst du nur eine Sache: Du entlastest dein zukünftiges Ich.
Wähle eine Mini-Entscheidung:
Wer kann in der ersten Woche einmal einkaufen?
Was koche ich vor oder was bestelle ich?
Welche Besuchsregel fühlt sich gut an?
Nur eine Entscheidung. Das reicht.
Tag 7: Wiederholung + dein persönlicher Plan B
Geh kurz zurück zu Tag 1.
Was hat dir am meisten geholfen?
Wissen? Atmung? Positionen?
Und dann schreibst du einen „Plan B“-Satz auf, der dich beruhigt. Zum Beispiel:
„Wenn ich in Panik komme, gehe ich zurück zur Atmung und lasse mir zwei Optionen erklären.“
Plan B ist nicht pessimistisch. Plan B ist Selbstfürsorge.
Checkliste: Daran erkennst du einen guten online Geburtsvorbereitungskurs
Damit du nicht in einen Kurs rutschst, der am Ende nur „nette Videos“ liefert, kommt hier eine klare Checkliste.
Ein guter online Geburtsvorbereitungskurs hat:
Einen roten Faden (nicht nur Einzelvideos ohne Struktur)
Inhalte zu Geburt UND Wochenbett (mindestens Basics)
Praktische Übungen (Atmung, Positionen, Entspannung)
Klare Sprache, die dich nicht verwirrt oder beschämt
Zugriff, der zu deinem Alltag passt (mehrfach anschauen, ohne Druck)
Eine realistische Perspektive: nicht „so muss Geburt laufen“, sondern „so kann es laufen“
Zusätzlich hilfreich, aber kein Muss:
Partner-Module oder Begleitpersonen-Teil
Checklisten zum Download
Ein Abschnitt zu Entscheidungen/Interventionen, ohne Angst zu machen
Was du tun kannst, wenn du dich trotzdem unsicher fühlst
Manchmal liegt die Unsicherheit nicht nur an fehlenden Infos. Manchmal ist es dieses Gefühl: Ich bin allein damit.
Dann helfen drei Dinge, die ganz bodenständig sind:
- Sprich es aus.
Nicht dramatisch. Einfach ehrlich. „Ich bin gerade verunsichert.“ - Suche dir eine kleine Unterstützung.
Eine Person reicht. Du brauchst kein ganzes Netzwerk. - Geh in Mini-Schritte.
Sicherheit entsteht nicht durch einen perfekten Plan. Sie entsteht durch Wiederholung.
FAQ: Häufige Fragen, wenn du keinen Kursplatz findest
Kann ein online Geburtsvorbereitungskurs einen Präsenzkurs ersetzen?
In vielen Punkten ja – vor allem bei Wissen und Übungen. Austausch musst du meistens aktiv ergänzen. Trotzdem kann online eine sehr gute Vorbereitung sein.
Was, wenn ich spät dran bin?
Dann fokussierst du auf das Wesentliche: Geburtsphasen grob verstehen, Atmung als Tool, zwei bis drei Positionen kennen, Wochenbett minimal vorbereiten. Das reicht, um nicht völlig unvorbereitet zu sein.
Ich habe schon Kinder. Wie soll ich das zeitlich schaffen?
Deshalb funktionieren Mini-Einheiten so gut. 10 Minuten sind machbarer als „ich brauche zwei Stunden Ruhe“. Und ganz ehrlich: Perfekt wird es sowieso nicht – aber regelmäßig kurz ist richtig wirksam.
Muss ich alles wissen, um eine gute Geburt zu haben?
Nein. Wissen ist nicht dazu da, Kontrolle zu haben. Es ist dafür da, in wichtigen Momenten klarer zu sein.
Was ist, wenn unter der Geburt alles anders läuft?
Dann ist Plan B dein bester Freund. Du brauchst nicht die perfekte Geburt. Du brauchst Handlungsmöglichkeiten, Vertrauen und jemanden, der dich unterstützt.
Zum Schluss: Du darfst pragmatisch sein
Wenn du keinen Kursplatz bekommst, ist das nicht dein Fehler.
Und wenn du online gehst, ist das keine „Notlösung“. Es ist oft schlicht die realistischste Variante.
Vor allem dann, wenn du schon Kinder hast oder dein Alltag dich ohnehin fordert.
Wenn du als nächsten Schritt schauen willst, welche online Kurse gerade in Frage kommen, dann findest du auf meiner Seite eine Übersicht mit Anbietern und einer schnellen Entscheidungshilfe:
Geburtsvorbereitungskurs online – TOP Auswahl
Kurzcheck: Welche Option ist wahrscheinlich deine?
MyHebamme24 (34 €) passt gut, wenn …
du günstig starten willst und einen klaren Kursaufbau im Selbstlernformat suchst.
„Deine Geburt“ (99 €) passt gut, wenn …
du „klassisch wie vor Ort“ willst: Struktur + Theorie + Praxis (inkl. Positionen/Schmerzverarbeitung, plus Yoga/Beckenboden-Fokus).
Video-Paket ( 19 €) passt gut, wenn …
du kein Kursformat brauchst, sondern breiten Input aus vielen Blickwinkeln willst.

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