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Nachgefragt…
…in dieser Reihe fragen wir eigentlich Profi-Mütter mit 3, 4 und mehr Kindern wie sie ihr Leben so organisieren, dass sie nicht täglich baden gehen. In diesen Wochen brennen aber ganz andere Fragen.

Die, wie du als Schwangere oder stillende Mutter mit der Pandemie rund um das Corona Virus umgehen kannst und sollst.

Diese Frage wird auch unserer Gastautorin, Hemamme Dorren Knapp, derzeit häufig gestellt.

Hier gibt sie exklusiv antworten.

Schwangerschaft und Stillzeit in Zeiten der Pandemie

Dieses fiese heimtückische Virus ist die Krönung – im wahrsten Sinne des Wortes.

Als ob Schwangersein, eine erwartende Geburt oder die erste Zeit mit dem Baby nicht für genug Aufregung sorgen, setzt Covid-19 glatt noch einen drauf.

 

Seit Tagen klingelt das Handy unentwegt. Meine Hebammentätigkeit nimmt aktuell ein neuartiges Format an. Verunsicherte Schwangere – ja, sogar ratsuchende Väter -und Stillende melden sich, weil sie (Ab-)Klärungsbedarf haben.

 

In diesem Blog gehe ich auf die wichtigsten Fragen UND Vorsichtsmaßnahmen ein, die sich in den letzten Tagen herauskristallisiert haben.

 

Was wir bis jetzt wissen zum Virus

  • COVID-19 ist der Begriff einer `neuartigen` Atemwegserkrankung
  • Verursacht wird sie durch das Virus SARS-CoV-2
  • Der Übertragungsweg ist überwiegend durch infiziertes Sekret (Tröpfcheninfektion); eine weiterer Übertragungsweg über kontaminierte Gegenstände oder Oberflächen ist nicht abzuweisen.
  • Die Inkubationszeit, also vom Ansteckungstag bis Ausbruch der Krankheit, beträgt im Schnitt 5-6 Tage, kann sich allerdings bis zum 14. Tag ziehen.
  • Der Krankheitsverlauf beträgt ungefähr 7 Tage und wird begleitet mit Fieber (≥38), trockenem Husten, Schnupfen und allgemeines Unwohlsein.
  • Aktuell gibt es keinen Impfstoff. Voraussichtlich im Herbst 2020/Frühjahr 2021.

 

Viel wissen wir noch nicht über das Virus. Die Forschung steckt in den Kinderschuhen. Allerdings gibt es einige Ansätze und Beobachtungen, die ich mit Euch teilen möchte.

 

Ist mein ungeborenes Kind gegen das Virus geschützt?

Was man bis jetzt weiß: ein ganz klares JA!

In dieser krassen Zeit der Pandemie beweist Mutter Natur auf der anderen Seite, wie sehr sie an ihren Schützlingen hängt: Denn LEBEN muss erhalten bleiben.

Im Falle einer Infektion oder Akuterkrankung mit SARS-CoV-2 hält der Mutterkuchen (Plazenta) den Erreger fern.

 

Wie muss ich mich als Schwangere verhalten?

Hygienemaßnahmen und das Unterbinden sozialer Kontakte sind das A und O.

  • Häufigeres & regelmäßiges Händewaschen mit Seife reicht völlig aus. Besonders nach Einkäufen oder Arztbesuchen.
  • Besonders auf die Fingerzwischenräume achten.
  • Zum Schluss Fingerkuppen in der eingeseiften anderen Handfläche waschen.
  • Augenreiben vermeiden (Risiko der Schmierinfektion)
  • Berühren der eigenen Lippen und Nase vermeiden
  • Abstand halten
  • In die Ellenbeuge Niesen und Taschentücher direkt entsorgen
  • extremes Minimieren von sozialen Kontakten
  • Einkäufe durch den Partner erledigen lassen und ohne Scherz: am besten mit Gummihandschuhen.
  • Last but noch least: no panic!

Ich weiß gar nicht ob ich eventuell infiziert bin. Wie verhalte ich mich zur Geburt in einem Krankenhaus?

Jeder Kreißsaal wird nach einer Entbindung gereinigt und desinfiziert. So steht einer weiteren Geburt nichts im Weg.

Wurde in Deinem Umfeld jemand positiv getestet oder du fühlst Dich unwohl, so teile es unverzüglich dem Kreißsaal Deiner Wahl telefonisch mit und informiere Dich über das weitere administrative Vorgehen bei Geburtsbeginn.

 

Darf ich spontan entbinden? Auch wenn ich positiv getestet wurde?

Nach aktuellen Erkenntnissen steht, auch während der symptomlosen Inkubationszeit, einer vaginalen Geburt nichts im Weg.

In der Erkrankungsphase kommt es ganz und gar auf Dein Wohlbefinden an.  In dieser Phase wird gemeinsam mit dem Gynäkologen nach einer Lösung geschaut.

 

Ich möchte stillen. Steht dem was entgegen, wenn ich positiv getestet wurde?

Nein, ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Besonders jetzt, wo es noch keinen Impfstoff gibt, gibst Du als Mutter den besten Impfstoff für Dein Baby. Deine Muttermilch.

Denn Muttermilch enthält Antikörper gegen Krankheiten, die Du selbst durchgemacht hast. Mit Deiner Muttermilch schützt Du Dein Kind und stärkst sein eigenes Immunsystem.

Eine Übertragung des Virus ist bisher nicht beschrieben.

Die Literatur empfiehlt übereinstimmend bei COVID-19 die Muttermilchgabe nicht zu unterbrechen.

 

Mein Kind ist geboren. Was muss ich bezüglich des Coronavirus beachten, damit mein Kind gesund bleibt?

Es gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie oben. Weiteres…

    • Vermeide in der Gegenwart Deines Babys zu Husten oder Niesen.
    • Vermeide das Herumreichen Deines Babys in die Arme anderer.
    • Trage einen Mund-&Nasenschutz, z.B. durch einen Schal, wenn Du Husten und Schnupfen hast UND Dich trotz allem gut fühlst.
    • Trage Dein Baby möglichst körpernah, um Nestschutz zu bieten. Die Viren haben eine viel geringere Chance an Dein Baby zu kommen als in einen Kinderwagen.

Hier findest du tolle Babytragen und Tragetücher.

 

Das waren vorerst die brennendsten Fragen vieler werdender Eltern am Telefon. Am Ende des Gesprächs werde ich als Hebamme noch nach einem ganz persönlichen Tipp gefragt.

Mein Tipp, mein ganz persönlicher Tipp?!

Ich muss schmunzeln und meine Antwort lautet:

 

„Hm, ich habe eher einen Tipp für kinderlose Paare. Statt Klopapier sollen sie Kondome kaufen. Es liegt auf der Hand, dass ich als Hebamme in neun Monaten eine Menge zu tun habe.“

 

Über die Autorin

Generation X geborene, 1 Mann = 2 Schwangerschaften = 3 Kinder, 4beiniger Hund

Durch Familiengeschichte(n) lernte ich schon früh den Beruf der Hebamme kennen und prägte(n) meinen beruflichen Werdegang. Ich liebe meinen Beruf und parallel die Herausforderungen, die der digitale Wandel mit sich bringt.

Als ich nach meiner kurzweiligen Mamapause 2012/2013 wieder als Hebamme unterwegs war, bemerkte ich nicht nur meine persönliche Veränderung aufgrund der Tatsache, dass ich ein weiteres Mal Mutter wurde; sondern auch völlig unerwartet (und plötzlich 😉) einen Konkurrenten verspürte. Sein Name: Doktor Google.

Die junge Elterngeneration suchte nach Antworten und zwar sofort.

Die Kombination Hebammenwissen und Digitalisierung fand ich ab diesem Zeitpunkt megaspannend. Um mehr Knowhow zu bekommen, habe ich mich mit der neuen Generation Y und Z kritisch beleuchtet und hinterfragt, um neue Ansätze in meiner Hebammenarbeit zu integrieren.

Eins wurde mir immer klarer: Ein Weg an der Digitalisierung vorbei, gibt es nicht (mehr)! Auch nicht als Hebamme.

Sogar die Abrechnungen der Hebammenleistungen mit den Krankenkassen werden schon -gefühlt-  ewig digital übermittelt.

Seit Ende 2019 gab die deutsche Gesundheitspolitik den Startschuss für das DVG (digitale Versorgungs-Gesetz). Es sind die ersten Schritte in ein digitales Versorgungsnetz bestehend aus Digitalisierung, Gesundheitswesen (in diesem Falle Hebammenunterstützung) und bundesweite Versorgung.

Um meine Neugierde mit Wissen zu füttern, studiere ich an einer Fernuni mit dem Schwerpunkt eHealth.

Denn mein Ziel ist es, die Versorgung werdender Eltern und Schwangeren im digitalen Zeitalter zu sichern.

Nützliches und Hilfreiches für Schwangerschaft und Stillzeit*

Geburtsvorbereitungskurs

Rückbildungskurs

Bücher

Und falls du die ersten Fotos deines Babys selbst machen (musst) willst:

Und falls du doch lieber, eine richtige Kamera für Einsteiger verwendenwillst, kann ich dir diese empfehlen.